FFM-Rock review for Running Out of Daylight

THE LIVING FIELDS ist ein ungewöhnlicher Name für eine Doom Band; eher ist der Hörer beim Lesen des Namens geneigt auf etwas klassisch Rock n' Roll mäßiges zu schließen. Stilistisch bewegt man sich in einer Bandbreite zwischen Film Soundtracks, Epic Elementen, Power Metal und einer fetten Prise Doom. Gesanglich variieren die Ami Doomster THE LIVING FIELDS zwischen Klarstimme, Grunzen und Kreischgesang. Das Gebräu aus US-Epic, Power Metal- klassischem Heavy Metal und Doom erinnert vereinzelt an CANDLEMASS, MY DYING BRIDE und AGALLOCH. Dem Anspruch sich bestimmten Kategorien bewusst zu entziehen, werden die Amis durch überraschende Stilwechsel jederzeit gerecht. Hinzu gesellt sich der immense Fundus diverser Versatzstücke aus Black-, Death-, Ambient-Folk Metal Bereichen und etwas Flowerpower ära, wodurch das Album ungewöhnlich viele Stimmungsbilder weckt. Neben klassischer Metal Instrumentierung kommen auch seltene Instrumente wie Cello, Piano, Violine, akustische Gitarre zum Einsatz. Außer kurzweiligen Zwischenspielen siehe "When the Walls Go up" und "Intermissione" ziehen sich alle etatmäßigen Songs des Achttrackers ab einer Laufzeitlänge von sechs Minuten aufwärts. Der sechzehn minütige Titeltrack "Running Out of Daylight" setzt den passenden Schlusspunkt unter das vielschichtige Gesamtwerk. Insgesamt ist der Truppe ein sehr detail- und facettenreiches Zweitwerk gelungen, das nie den Hang zum Doom verliert, wenngleich es mit dem einen Auge dorthin, mit dem anderen in andere Bereiche schielt. Was hier aus den Boxen kommt ist weit mehr als ein pures Doom Album, es gleicht vielmehr einem Sammelsurium diverser Gefühls- und Stimmungsebenen getragen von zahlreichen Wechseln. Freunde anspruchsvoller Epic-Doom Klänge, die neben der vorhandenen Düster Doom Komponente verschiedenen Facetten klassischen Heavy Metals aufgeschlossen sind, sollten dieses in jeder Hinsicht uneigenwillige Klangmosaik bestehend aus massig Akkorden und Stimmungsmustern unbedingt dem dringenden Hörtest unterziehen!

Michael Toscher, FFM-Rock

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